Ein kurzer Artikel zum Nachdenken

In dieser Woche habe ich mich mit den Erkrankungen des Verdauungsapparates beschäftigt. Kein schönes Thema! Ob Sodbrennen, Speiseröhrenkrebs, Magengeschwüre, Magenkrebs oder Dickdarmkrebs: Unter anderem lese ich von Risikofaktoren, die Du selbst beeinflussen kannst, nämlich Deine Lebens- und Essgewohnheiten als Mensch in den Industrieländern. Alkohol, Rauchen, Stress, Kaffee, eine allgemein sehr bedenkliche Ernährungsweise mit viel zu viel Fleisch, tierischen Fetten und Eiweißen sowie Zucker – dazu dann viel zu wenig Ballaststoffe, die nun einmal nur in pflanzlichen Nahrungsmitteln vorkommen.

In der Onkologischen Tagestherapie

Gestern war ich in der Onkologischen Tagestherapie. Eine der Frauen, die dort zur Chemotherapie waren, erzählte mir ihre Krankengeschichte. Ich bekam echt Gänsehaut! Erst einen Tag vorher war ich noch ganz aufgeregt und auch mitgenommen, weil ich über die Risikofaktoren für Magengeschwüre und Magenkrebs gelesen hatte, und dass Du selber ganz aktiv das Risiko vermindern kannst, und zwar täglich durch Deine Ernährung. Die Frau zeigte ihre große Narbe quer über ihren Bauch und erzählte, dass man bei einer Magenspiegelung ihren Magen voll mit Geschwüren vorgefunden habe. Vermutlich war das nicht alles, denn man hatte bis auf ein Fünftel ihren Magen entfernen müssen. Im sehr frühen Stadium des Magenkarzinoms ist eine Heilung möglich durch Operation, die meisten Menschen sterben daran. Nun bekam sie schon seit einer Zeit Chemo, und sie betonte mehrfach, die Strapaze nehme sie gerne in Kauf, denn „Man will ja noch eine Weile machen.“

Wie ich eingangs geschrieben habe, gibt es noch weitere Faktoren, die eine solche Erkrankung begünstigen. Ich hätte die Frau unheimlich gerne nach ihren Ernährungsgewohnheiten vor der Diagnose gefragt, habe mich aber nicht getraut, weil ich auf gar keinen Fall den Eindruck von „selber Schuld“ vermitteln wollte. Die adrette kleine Frau wirkte in ihrem Erzählen und ihrer ganzen Art wie jemand, der es alles Recht machen möchte. Ich vermute, ihre Magengeschwüre haben vielfältigere Ursachen. Zum Mittagessen bei der Chemo jedenfalls wünschte sie sich eine schöne Bockwurst.

Was kannst Du tun?

Vermeide Stress und Aufregung. Gut gesagt, oder? Nimm Deine Mahlzeiten in ruhiger Umgebung ein, Tischgespräche sollten über leichte Themen geführt werden. Morgens Schinken, zum Mittag ein Schnitzel, am Abend Fleischsalat. Gemüse höchstens als kleine Beilage oder kleiner Salat – so geht’s nicht! Beginne den Morgen pflanzlich, wie ich es tue mit einem grünen Smoothie, oder mit einem frisch gepressten Saft stattdessen, anschließend ein selbstgemischtes Vollkornmüsli. Zum Mittag iss als erstes einen großen grünen Salat und anschließend gedünstetes oder gegrilltes Gemüse nach Wahl. Am Abend wieder erst ein grüner Salat, dann z.B. Vollkornreis und Brokkoli-Paprika-Gemüse, eventuell gedünsteten Fisch dazu. Wenn Du nach lecker Rezepten suchst, schaue doch mal nach Rezepten der  vegetarischen oder veganen Küche! Basenüberschüssig und ballaststoffreich soll Deine Ernährung sein. Und ganz nebenbei purzeln die Pfunde.  Wenn Du Rohkost und Vollkorn nicht gewohnt bist, taste Dich bitte vorsichtig heran, sonst nimmt es Dir Dein Verdauungstrakt übel! Und Du willst Dir doch eigentlich was Gutes tun, stimmts!